Das innere Kind in der Paartherapie

Habt euch eure bisherige innere Kindsarbeit eher entzweit als einander näher gebracht? Fragt ihr euch, in wie weit euer inneren Kinder eure Paarbeziehung beeinflussen und belasten? Möchtet ihr eure Partnerschaft zum Ort der Heilung alter Wunden und Muster werden lassen, anstatt einander zu retraumatisieren?

Viele Menschen gehen davon aus, dass ihr Leben und ihre Beziehung stabiler und ruhiger werden, sobald sie beginnen, sich mit ihrem inneren Kind zu beschäftigen. Gleichzeitig geschieht oft etwas, worauf viele nicht vorbereitet sind. Die Vorstellung, dass dieses innere Kind vor allem etwas Schönes ist – kreativ, lebendig, liebevoll stimmt nur zum Teil. Dieses innere Kind will all das, was über viele Jahre keinen Raum hatte, Trotz, Wut, Eifersucht, Verzweiflung und tiefe unerfüllte Bedürfnisse, endlich zum Ausdruck bringen dürfen und erfüllt bekommen.

Innere Kindsarbeit für Paare Landsberg am Lech
Innere Kindsarbeit für Paare Landsberg am Lech

Dieses Kind sehnt sich nicht nur nach Harmonie.

Es will auch endlich wütend sein dürfen, sich ausdrücken, Grenzen setzen, vielleicht sogar Vergeltung oder endlich gehört werden.

Und genau hier entsteht ein zentrales Problem: Diese Impulse richten sich häufig an den Partner. Wenn dieser Anteil ohne Führung nach außen kommt, kann dies die Beziehung massiv belasten oder sogar zerstören.Dieses innere verbannte Kind wurde nicht ohne Grund geschützt. Es hätte in der ursprünglichen Situation nicht überleben können. Jetzt, wo du es wahrnimmst – oder es sich auch unabhängig davon plötzlich zeigt –, drängen Gefühle und Impulse nach hinaus, die lange keinen Ausdruck finden konnten.

Für viele Paare ensteht hier eine kritische Zeit, da sich Reaktionen Bahn brechen, die nicht mehr erwachsen wirken: Angriffe, Rückzug, Vorwürfe, oft scheinbar aus dem Nichts. Dahinter steht häufig dieses verbannte innere Kind, das ohne deine Führung „nach außen kippt“.

Auch die Sexualität kann davon betroffen sein oder darunter leiden..

Dieses innere Kind war nie „weg“, es hat die Beziehung oft schon lange mit beeinflusst. Der Unterschied ist, ob dieser Anteil unbemerkt agiert – oder ob die Person beginnt, Verantwortung dafür zu übernehmen.

 

„Sei der Erwachsene, den du als Kind gebraucht hättest.“

Die zentrale Frage lautet dann: Wie gehe ich damit um, dass dieses innere Kind in mir aktiv ist – und was braucht es wirklich von mir, statt vom Partner? und genau da setze ich sowohl in der traumassensiblen als auch in der psychodynamischen Paartherapie an...